Drei gute Hälften reichen (nur) für drei Punkte

Ein Handypiepen am Morgen eines Spieltages versetzt sicher jeden Trainer einen Schrecken. Wenn dann jedoch – nachdem der eine Goalie bereits einige Tage zuvor krankheitsbedingt abgesagt hatte – der zweite Torhüter aus gesundheitlichen Gründen nicht kommen kann, hält sich die „Freude“ noch mehr in Grenzen. So geschehen am vergangenen Sonntag beim Heimspieltag des Kleinfeld-Damen-Teams. Da blieb dann nur eine Möglichkeit: ein Feldspieler musste das Tor hüten. Die „Wahl“ fiel auf Spielertrainerin Ulrike Czerny.

Im ersten Spiel traf man auf die Biberetten aus Halle (mit den Ex-Leipzigerinnen Melanie Terei und Laura Kluge). Das weckte alte Erinnp1090583erungen. Spielte man doch in der vergangenen Saison in Berlin ebenfalls mit einer Feldspielerin im Tor gegen Halle und konnte sich am Ende über ein glückliches und denkbar knappes 14:13 „freuen“. Sollte sich dieses Drama auch dieses Mal wiederholen?

Das erste Tor fiel erst in der 8. Minute. Schützin war Anna Brauckmann auf Vorlage von Maxi Kleine. Knapp zwei Minuten später konnte Elena Böttrich auf Vorlage von Kapitänin Annalena Daum erhöhen, ehe Wiebke Richter den Vorsprung auf 3:0 ausbauen konnte. Der Assist kam von Hannah Mestenhauser.

Es dauerte bis zur 17. Minute ehe die Hallenserinnen zum ersten Mal – im wahrsten Sinne – einlochen konnten..ein Tunnel markierte das 3:1. Dieser sollte nicht der einzige in diesem Spiel bzw. Tag bleiben – da zeigt sich eben, dass kein „Profi“ im Kasten am Werke war…

Vor der Pause konnten die Leipzigerinnen durch Tore von Hannah Mestenhauser, Annalena Daum und Anna Brauckmann auf ein beruhigendes 6:1 davonziehen.

Im zweiten Abschnitt konnten die Hallenserinnen auf ein zwischenzeitliches 8p1090593:4 herankommen, ehe die Leipzigerinnen richtig aufdrehten und durch Tore von Anna Brauckmann, Emily Berger (je 2), Annalena Daum, Maxi Kleine und Sandra Graichen (auf dem Spielbericht jedoch die „Assistentin“ Sue-Ellen Prillwitz mit ihrem ersten Punkt als Torschützin notiert) auf 15:4 erhöhten, ehe Halle noch innerhalb von 43 Sekunden drei Tore erzielen konnte. Am Ende stand somit ein verdienter 15:7-Erfolg zu Buche.

In diesem Spiel zeigten die Leipzigerinnen auch endlich, was eigentlich in ihnen steckt. Ansehnliche Zusammenspiele konnten beobachtet werden und die 15-jährige Kapitänin Annalena Daum führte – wie auch im zweiten Spiel – ihr Team an diesem Tag vorbildlich an.

Diese Leistung galt es dann nach zwei Spielen Pause erneut abzurufen. Da traf man dann auf Neuling USV TU Dresden, welche es keinesfalls zu unterschätzen galt. Konnten diese in deren ersten Spielen bereits überraschende Punkte einfahren.

Doch leider konnten die Gastgeberinnen diese Spielweise nicht beibehalten und erneut aufs Parkett legen. Nach 18 gespielten Minuten stand es 0:5. Zwei dieser Treffer gingen dabei eindeutig auf das Konto der Ersatztorfrau – da diese, auch für sie, haltbar gewesen wären. Bei den anderen drei Treffern sah sie sich jedes Mal hilflos einer 2:1-Situation entgegen. Dochp1090762 was nützt diese Erkenntnis am Ende? Man musste einen 1:5-Rückstand aufholen. Annalena Daum konnte auf Vorlage von Elena Böttrich kurz vor der Pause noch einen Treffer erzielen. Neun Sekunden nach Wiederanpfiff erzielte Wiebke Richter durch Assist von Hannah Mestenhauser das 2:5 und sechs Minuten später konnte erneut Annalena Daum (wieder kam die Vorlage von Elena Böttrich) auf 3:5 anschließen. Die Leipzigerinnen waren endlich wieder erwacht und kämpften was das Zeug hielt…nicht nur gegen die Dresdnerinnen; auch gegen die zwei weiteren Personen auf dem Feld und natürlich die Zeit.

Aber was nützt auch das am Ende? Nichts. Allen Kampfes vergebens und auch noch eine Überzahlsituation ungenutzt liegen lassend, stand es am Ende 3:5 und die Punkte gingen nach Dresden, welche in der zweiten Hälfte allerdings kaum mehr einen Stich sahen bzw. dann doch am Leipziger Goalie scheiterten.

Fazit: ein Sieg, eine Niederlage – wie des Öfteren auch in der letzten Saison. Mit einem „richtigen“ Torhüter und einem ähnlichen Kampf in der ersten Hälfte des zweiten Spiels wären auf jeden Fall sechs Punkte drin gewesen. Doch auch hier wieder: Was nützt das am Ende…?

uc

Ulrike Czerny (T) (0 Tore/0 Assist/0 Strafminuten), Annalena Daum (6/1/0), Sandra Graichen (0/2/0), Emily Berger (2/0/0), Anna Brauckmann (4/0/0), Maxi Kleine (1/1/0), Kim Käseberg (0/1/2´), Sue-Ellen Prillwitz (1/0/0), Wiebke Richter (2/1/0), Hannah Mestenhauser (1/2/0), Elena Böttrich (1/2/0)

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