Die ersten Stufen zum Tageslicht erklommen!

Immer wieder sorgen die Auftritte unseres Teams in Berlin für graue Haare bei Coach Mattias Persson und den Fans – zum 3. Spieltag der noch jungen Bundesligasaison kann allerdings erst einmal kurz durchgeatmet werden. Nach einem Kraftakt siegen unsere Herren mit 6:5 und freuen sich über die ersten Punkte.

BAT Berlin vs. MFBC Leipzig 5:6 (1:2, 2:3, 2:1)
Samstag, 30.09.2017 – 15.00 Uhr – Max-Schmeling Halle B, Berlin

Das hat Nerven gekostet. Interessierte am heimischen Liveticker lehnten sich erst beruhigt und voller Vorfreude zurück ehe das bange Zittern sie Qualen leiden ließ. Das Kellerduell beider ambitionierter Teams, welche mit zwei Niederlagen in die neue Saison gestartet waren, entpuppte sich als Nervenspiel und am Ende hatte der MFBC das bessere Ende für sich. Das hätte gut und gerne auch noch nach hinten losgehen können, doch nachdem vergangene Saison kein Sieg in Berlin zu feiern war, durfte am Samstag endlich die Sau raus!

Das Personalkorsett des MFBC verspürte eine kleine Entspannung – Rückkehrer Atte Ronkanen sollte als alter Hase die Defensivlücke schließen, welche die Ausfälle von Torsten Harnisch, Felix Linke (Hand), Wenzel Flemmig (Hand) mit sich brachten. Auch Pavel Lubentsov und Otto Fält stießen nach ihrer geplanten Reiseabwesenheit wieder zum Team.

Zunächst einmal gab es in Berlin ein Wiedersehen mit Ex-MFBC-Kapitän Mathias Böthgen, welchen die beruflichen Pflichten über Hamburg und Dümpten nun in der Hauptstadt sein Handwerk verrichten lassen. Freundliches Handshake und kurze Wiedersehensgespräche ehe es Punkt 15.00 Uhr für beide Teams einfach nur darum ging, das erste Erfolgserlebnis zu erkämpfen und sich raus aus den niederen Tabellenregionen zu ackern.

Die Startformation vom Vorwochenende blieb bis auf Ronkanen für Harnisch unverändert, so dass Lubentsov, Saß und Fält zunächst auf der Bank Platz nahmen. Sie sahen einen zügellosen MFBC, der sich von Beginn an eine Überlegenheit auf der Platte erspielte. Das Gefühl, dass ein Sieg gegen den Angstgegner in der Luft liegt, animierte den MFBC zu einer starken Performance, zu welcher Verteidiger Svenson Hoppe nach einem Freistoß die erste Kerze im Tabellenkeller anzündete (11.). Fünf Minuten später kann Berlin nach einem Novotný-Aussetzer (wir erinnern uns an das Spiel vergangene Woche) ausgleichen, ehe erneut Hoppe mit einer scharfen Hereingabe ein Eigentor der Berliner erzwingt und die erneute Führung vorbereitet (17.).

Der Start ins zweite Drittel verlief dann blendend, schnörkellos und zielstrebig sorgen Kanta (nach 18 Sekunden) und dann zwei Mal Erik Schuschwary (23., 27.) für eine 4-Tore-Führung. Alles gut, Coach zufrieden, Team zufrieden, Tickerleser zufrieden, kann so weitergehen. Denkste. Druck im Tabellenkeller bedeutet eben auch unerklärliche Wendungen. Der starke Lukas Brockmann kann in der 29. Minute auf 2:5 verkürzen und weil sein Vorlagengeber schlichtweg nicht den Weg auf das offizielle Spielprotokoll gefunden hatte, wurde der MFBC indirekt mit einer 5 minütigen Überzahl „belohnt“. Und da hätten wir diese unerklärliche Wendung. Kein eigener Treffer, trotz vieler guter Abschlüsse, keine Durchschlagskraft bedeuten eben auch, dass man dem Gegner wieder Mut macht es mit einer Aufholjagd nochmals spannend zu machen. Der MFBC verliert nach Ablauf der Überzahl den Faden und der Gastgeber kann in 37. Minute auf 3:5 stellen. Der Rhythmus war dahin – kamen da etwa die Erinnerungen an vergangene Berlinpartien wieder hoch?

Im Schlussdrittel haut Berlin in Person von Brockmann noch einmal mächtig dazwischen und spätestens da fielen die Tickerfreunde des MFBC in kollektive Ohnmacht. Brockmann (41., 47.) lässt Rosenthal alt aussehen und sorgt für den eigentlich nicht für möglich geglaubten Ausgleich. Persson nimmt keine Auszeit und verlangt von seinen Männern noch einmal höchste Konzentration für die Crunchtime. Novotný macht dann seinen Fehler aus dem ersten Drittel wett, fängt einen langen Ball der Berliner an der Mittellinie ab, lässt zwei Gegner stehen und hängt Fackel in den Winkel (51.). Dieser Lichtkegel sollte den Weg aus dem Keller weisen und er tat es. Die MFBC-Mannen krallen sich an den 3-Punkten fest, verteidigen gegen die Berliner Angriffsbemühungen hochkonzentriert und fallen sich nach Abpfiff erleichtert und glücklich in die Arme.

Ein sichtlich gealterter Coach fasst zusammen: „Wenn man anderthalb Drittel so überzeugend spielt und einen dann eine 5 Minuten Strafe des Gegners so derart aus dem Konzept bringt, ist unbegreiflich. Gut dass meine Jungs dann eben zu kämpferischen Mitteln gegriffen haben, um diesen Sieg zu sichern. Diese Punkte tun uns sehr gut, insbesondere weil wir sie in Berlin geholt haben.“.

Offensiv überzeugen konnte erneut Reihe 1 mit sechs eigenen Treffern und Erik Schuschwary als Best Player des Spiels – allerdings haperte es hier und da noch an der defensiven Konsequenz (4 Gegentore, 2 nach Eckfreischlag Berlin). Reihe 2 mit Sieber und Ronkanen in der Defense hinterließ einen starken Eindruck und kam ihrer Rolle als Defensivbollwerk zu vollster Zufriedenheit nach.

In Zukunft heißt es aber dann bitte wieder die Nerven des Coaches besser zu schonen. Mit den ersten drei Punkten und Selbstvertrauen im Rücken geht es am Samstag zum Aufsteiger nach Schenefeld!

Spielbericht:
https://fvd.saisonmanager.de/index.php?seite=game&game=9827

Highlightvideo MFBC:
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Highlighvideo BAT Berlin / SportFanat
https://www.youtube.com/watch?v=vFK7h3tLtRQ

Hinweis nächstes Bundesligaspiel:
BW 96 Schenefeld vs. MFBC Leipzig
Samstag, 07.10.2017 – 15.00 Uhr – Schulzentrum Achter de Weiden, Schenefeld

mfbc

Fotos: Stephan Janz, BAT Berlin

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