Wenig Federlesen…

…machte Schkeuditz am vergangenen frühen Samstag-Abend in Magdeburg mit den gastgebenden Floorball Tigers. Der 12:0 (4:0,3:0,5:0) Erfolg unterlegt das in Zahlen. Dabei war vor der Partie durchaus eine gewisse Unsicherheit in Reihen der Schkeuditzer zu spüren, da man den Gegner so gut wie gar nicht einschätzen konnte, und Quervergleiche auch nur bedingt für eine tiefgründige Analyse taugen.

Also hieß es vor der Partie mal verstohlen auf die andere Seite gucken, wie sich die 15 Feldspieler und 2 Torhüter der Gastgeber beim Einspielen so anstellen, um nachfolgend auch bloß wieder mit den Schultern zu zucken, und den Coach zur Sicherheit mit aufs Protokoll zu schreiben. Der hat sich früher schließlich auch schon mal mehr schlecht als recht im Floorballspiel versucht. Mit ihm warens dann auf Schkeuditzer Seite zur Vorwoche quantitativ identische und nach wie vor unbefriedigende 13+2 Leute, die sich wie folgt aufstellen ließen:

Tor: Linke
Reihe 1: Dietel, Hoffmann, Schulemann, Mühle, Blochwitz
Reihe 2: Beyer, Sommer, Röder, Opitz, Leypold
Reserve: Schuster (Tor), Weikum, Kunkel, Smeilus

Wichtig: Heißer Tee griffbereit!

Dann mal rein ins Spiel, wo sich alle offenen Fragen binnen 7 Minuten beantworteten. Denn danach stand es durch ein Eigentor, einen Sommer- und zwei Mühle-Treffer bereits 4:0, und die Gastgeber hatten alle Mühe, sich im Schkeuditzer Tempo-Floorball erstmal grundlegend zu sortieren. Eine recht junge, recht unerfahrene, und scheinbar im Neuaufbau befindliche Magdeburger Truppe hatte man hier also vor sich. Nun gut. Nach diesem turbulenten Auftakt gelang es den Hausherren schließlich ihre Defense zu ordnen, während man nach vorne vom Prinzip Hoffnung lebte. Auf Seiten der Schkeuditzer fiel indes die anscheinend dringend benötigte Anspannung sichtbar ab, und man verlegte sich entweder auf unproduktive Ego-Trips, oder die Qualität der gespielten Pässe nahm derart ab, dass eine entsprechende Weiterverarbeitung zur Glückssache mutierte. Eine Gemengelage, aus der für gewöhnlich keine weiteren Tore entstehen. Linke im Schkeuditzer Kasten wurde derweil mit heißem Tee vor drohender Unterkühlung bewahrt. Pause.

Andächtige Blicke im letzten Drittel.

Drittel 2 und Wechselzeit. Von da an hatte man den Eindruck, als ständen permanent 5 neu durchgemischte Schkeuditzer auf dem Magdeburger Kunststoffboden, ohne dass sich am Spielverlauf allzu viel änderte. 20 Minuten nach dem 4:0 legte Schulemann dann endlich mal das 5:0 nach, und Mühle + Dietel erhöhten im weiteren Verlauf auf 7:0. Ansonsten war man auf dem Feld zwischenzeitlich übereingekommen, sich ganz dolle lieb zu haben. Alle blieben stets auf ihren Beinen, ein Bandenteam hätte es nicht gebraucht, und die Schiris pfiffen meist nur nach Toren, oder nachdem der Ball des Feld verlassen hat. Eigentlich hat nur noch ein gemeinsamer Gesangskreis mit einem kräftig intonierten „Ode an die Freude“ gefehlt, währenddessen draußen ein nach Sensationen und Blut heischender Berichteschreiber vor sich hin schmollt. Pause.

Gehört in kein Floorballspiel: Entgleisung

Der Floorball-Gott wendet sein Haupt ganz kurz ab vom Champions-Cup, und wirft einen interessierten Blick nach Magdeburg: Toni Smeilus himself betritt das Spielfeld, während Linke in Heizdecken gehüllt auf der Bank Platz nimmt. Schuster blockiert fortan das Schkeuditzer Tor, während sich das Team scheinbar durch die Präsenz des Coaches in unmittelbarer Umgebung genötigt fühlt, nochmal einen Zahn zuzulegen. Schulemann (2), Hoffmann, Dietel und Sommer stellen aufs 12:0 Endresultat. Das gab dann im letzten Drittel insgesamt noch 6 gegenseitige Gelegenheiten, seltsame Feierrituale rund um gewonnene Bullys zu zelebrieren. Blut? Rudelbildung? Pöbelein? Matchstrafen? -> weiterhin Fehlanzeige! Die einzig nennenswerte „Entgleisung“ -> Ehebrecht drückt Opitz im Überschwang der Gefühle mal aus dem Spielfeld. Man herzte sich anschließend… *gähn*. Enden tat die Liebe dann allerdings vor dem Schkeuditzer Tor. Einen Ehrentreffer wollte man den Gastgebern trotz aller Bemühungen dann doch nicht gewähren, was auch gelang, …trotz (oder wegen?) Smeilus.

So, damit verlassen wir den Ort immerwährender Freundschaft und durch die Halle fliegender Floorball-Herzen, und prophezeien einen gänzlich anderen Wind am kommenden Sonntag zur Pokalpartie in Dessau:

FD-Pokal, Sonntag, 15.10.17, 13:00Uhr, Sporthalle Kochstedt
PSV 90 Dessau vs. MFBC Schkeuditz

Protokoll: https://sbkost.saisonmanager.de/index.php?seite=game&game=11283
cs

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