Kleiner Kader (fast) ganz groß…

Am vergangenen Samstag startete unsere U15 weiblich in ihre Saison. Wer sich den Kader anschaut, stellt fest, dass dieser sehr dezimiert ist. Das war nicht der Plan, doch durch die frühen Fristen konnte die Meldung aufgrund geänderter Umstände nicht mehr rückgängig gemacht werden, sodass man nun (vorerst) nur mit sechs Mädels die Saison bestreiten muss, wobei eine von diesen – ungelernt – noch das Tor hüten muss. Eine Herausforderung, aber auch ein gutes Training. ;-)

Zunächst traf man vor heimischen Publikum auf die SG Landsberg/Elster, welche nach zwei gespielten Minuten „Torfrau“ Amelie Kürschner das erste Mal überwinden konnten. Lucy Sandner und Virginia Kunkel konnten dann jedoch Leipzig in Führung bringen, ehe Johanna Zoberbier die SG mit einer 3:2-Führung in die Pause schickte.

Nach sechs Minuten in der zweiten Hälfte stand es dann 2:5 aus Sicht unserer Mädels und die Köpfe hingen bei manchen schon ein wenig unten. Zudem musste nach ca. zehn Minuten Küken Eileen Winter verletzt auf der Bank bleiben, sodass die „Alten“ das Spiel nur noch zu viert auf dem Feld zu Ende bringen mussten – hart!

Lucy Sandner konnte jedoch Leipzig durch einen sehenswerten Direktschuss auf 3:5 heranbringen, ehe sie nach starker kämpferischen Leistung auf Luisa Heuschkel auflegte, welche den Anschlusstreffer erzielte. In der 16. Spielminute konnte die SG erneut auf zwei Tore davonziehen, ehe Virginia Kunkel eine Minute später auf 5:6 erhöhte. Große Hoffnung stieg nun auf, dass man doch noch mit wenigstens einem Punkt das Spiel beenden konnte, aber leider blieb dies verwehrt. Zu viele Chancen ließ man in der ersten Hälfte liegen. Trotzdem muss man die Mädels loben, denn ein ganzes Spiel mit nur fünf bzw. vier Feldspielern und keiner gelernten Torfrau so zu gestalten..lässt hoffen. :-)

Nach einem Spiel Pause hieß der Gegner UHC Sparkasse Weißenfels. Bereits im Vorfeld konnte man der Lizenzliste entnehmen, dass man nicht demselben Team aus dem Vorjahren entgegenstand. Auch bei den Anhaltinerinnen sind einige Stammkräfte „rausgewachsen“. Dieses Leid traf unser Team durch den Wegfall von Kapitänin Marlen Kretzschmar und Toptorfrau Justine Werner auch – letztere nur wegen zwei Tagen, welche sie einst zu früh schlüpfte..

Aber zurück zum Spiel. Im Tor des Heimteams fand ein Wechsel statt. Geplant war ursprünglich, dass Lucy Sandner im zweiten Spiel das Tor hüten sollte, doch erwischte diese einen Toptag, sodass sie unverzichtbar auf dem Feld war. Demgegenüber war es nicht der (mental stärkste) Tag von Luisa Heuschkel, sodass sich das Team zusammen mit Coach Czerny umentschloss und diese sich die Goaliekluft überstreifte.

Es dauerte bis zur 5. Minute ehe das Spiel so richtig in Fahrt kam. Weißenfels startete und Lucy Sandner konnte wenige Sekunden später ausgleichen.

Innerhalb von 6 Minuten konnte Weißenfels auf 6:2 (unser zweites Tor erzielte Virginia Kunkel) davonziehen und die Verzweiflung machte sich groß – im Tor bei Luisa und auf der Bank, ob es die richtige Entscheidung war (Luisa war im Training noch nie im Tor, Lucy probierte es 2-3 Mal). Doch dann – gestärkt und nochmal motiviert von ihrem Bruder (welcher mal Goalie war) – konnte sich Luisa wieder fangen und glänzte mit der ein oder anderen Parade. Zudem drehten die Mädels auf dem Feld auch nochmal auf und Kim Käseberg und Virginia Kunkel konnten ihr Team zunächst auf 4:6 heranführen, ehe Weißenfels den 7. Treffer erzielte. In den letzten 1,5 Minuten der ersten Hälfte schafften unsere Mädels durch Lucy, Kim und Amelie Kürschner (mit einem flachen Rückhandschuss von der Seite) den 7:7-Ausgleich. Welch starker Kampfgeist!

Nach der – für diese Konstellation – kurzen Pause legte Lucy gleich nochmal nach und brachte Leipzig nach drei Minuten in Führung. Nachdem Weißenfels erneut den Ausgleich erzielen konnte, nahm Eileen Winter den hoppelnden Pass von Lucy Sandner Volley, traf den Ball jedoch nicht richtig und die berühmte Bogenlampe führte zum 9:8. Kurz darauf schoss Lucy dann das 10:8.

Es dauerte sechs Minuten ehe das nächste Tor fiel – für Weißenfels. Davon wenig beeindruckt erzielte Kim Käseberg das 11:9. Doch nur 17 Sekunden später kamen die Anhaltinerinnen wieder heran und das Zittern begann – für beide Teams und die Betreuerinnen an den Bänken (Marlen Kretzschmar unterstützte Coach Czerny hervorragend an der Bande und Justine gab Luisa im Tor wertvolle Tipps).

Zurück zum Spiel..das Ergebnis hielt sich die letzten acht Minuten und Leipzig konnte somit drei Punkte mit vom Feld nehmen.

Eine starke konditionelle Leistung, denn es waren teilweise schnelle Spiele, in denen auch manchmal kaum Zeit und Luft zum Wechseln blieb.

Auch gut zu wissen, dass man auf der Torhüterposition flexibel reagieren kann und ggf. eine, die am Stock einen nicht so guten Tag erwischt, den Helm aufsetzen und sie von da ihr Team unterstützen kann. Mal sehen, wie dies weitergeht und ob am Ende jeder mal diese Aufgabe bewältigt hat…

Die Statistiken: https://sbkost.saisonmanager.de/index.php?seite=table&table=461

uc

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