Seriös gegen Halle II

Um es vorweg zu sagen, der positive Schkeuditzer Trend setzt sich fort. Warum setzen wir das an den Anfang? Weil ein 10:6 (3:1,3:1,4:4) Erfolg gegen die zweite Vertretung der Saalebiber aus Halle schnöde auf dem Papier betrachtet hier und da vielleicht als eher „normal“ betrachtet werden könnte. Ja, es ist den Schkeuditzer Ansprüchen entsprechend ein eher „normales“ Ergebnis, was sich jedoch im Detail betrachtet durchaus als weiteren Schritt nach vorne darstellt.

Galt gegen Weißenfels wie gegen Halle: Jungs mit komischen Mützen treffen im Spiel nicht! Eine überdenkenswerte Praxis.

Personell zementierte Schkeuditz unter den Augen von Coach Toni Smeilus die Anzahl der Mitarbeiter auf dem Stand der Vorwoche: 14+2. Auf Hallenser Seite waren es 14+1. Gleichstand also. Gegenüber dem Spiel gegen Weißenfels fehlten Kunkel, Hoffmann und Freund, die allesamt ihren Verpflichtungen in der U17 nachkamen. Dafür stießen Saß, Leypold und Linke wieder zum Team. Guckt man so auf die Spielpläne fürs kommende Wochenende, wird sich Schkeuditz dort also ähnlich aufstellen wie gestern in Wernigerode:

Tor: Schuster
Reihe 1: Damm, Dietel, Schulemann, Mühle, Blochwitz
Reihe 2: Beyer, Käseberg, Sommer, Opitz, Saß
Reihe 3: mal der, mal der, P.G.Richter, Benndorf, Leypold, Wieczorek
Reserve: Linke (Tor)

Die ruhen sich nur aus!

Bevor wir nun ins Spiel gehen, noch ein paar für das komplette Match geltende anerkennende Worte. Über 60 Minuten beharkten sich beide Teams anständig im doppelten Wortsinn. Sportsgeist und Fairness waren keine hohlen Phrasen, sondern wurden beiderseits gelebt. So hatten am Ende nicht nur die Aktiven, sondern auch die Schiedsrichter eine entspannte und allseits eher wohltuende Partie hinter sich. Respekt dafür, meine Herren!

Vom Ende aber nun zum Anfang, wo Schkeuditz direkt und diesmal hochkonzentriert die Kontrolle übernahm. Tiefstehende Hallenser wurden schwungvoll und mit viel Laufbereitschaft bespielt, und das 1:0 durch Blochwitz ließ so nur 3:04min auf sich warten. Die erste Strafe für Halle konterkariert dann nicht unsere Eingangsworte, sondern entsprang einem schnöden Wechselfehler (4:43min). Willst du Schkeuditzer Schwung rausnehmen, dann provoziere eine eigene Unterzahl. ;-) Reden wir nicht drüber, sondern lieber über Käsebergs 2:0 nach 9:41min. Das findet sich wenigstens genauso im Protokoll wieder, wie Benndorfs 3:0 in der 14.Spielminute. Das zwischendrin noch genug Zeug liegenblieb, müssen wir sicher nicht gesondert erwähnen. Ein Schkeuditzer Markenzeichen eben, was man langsam mal zum Patent anmelden sollte. Und warum kann das erste Drittel dennoch irgendwie als bisher bestes Saisondrittel herhalten? Weil man trotz allem Offensivschwung die Anzahl der als solche zu bezeichnenden Hallenser Abschlüsse auf Steffen Schuster im Tor auf EINEN EINZIGEN begrenzen konnte. Dass das Ding dann auch noch drin war, war einfach Pech. Halbhoch, erst im letzten Moment zu sehen, Oheim, 3:1, 15:34min. Bis auf diesen Schönheitsfehler und die fehlende Kaltschnäuzigkeit vorne war das Drittel gerade in Sachen Abstimmung zwischen den Mannschaftsteilen wirklich schön anzuschauen. Päuschen.

Drittel 2 können wir nun aber wirklich mal dezent abkürzen. Ganz so beschäftigungslos wie im ersten Durchgang war Steffen Schuster nun zwar schon nicht mehr, aber sooo grundlegend anders war der Spielverlauf auf dem Feld und dem Protokoll dann doch nicht. Aber neuerdings kein Spiel mehr ohne Verwerfungen eben in diesem Protokoll. Mühles 4:1 nach 25:15min -> check! Blochwitz 5:1 nach 28:06min -> fake! Das war nun mal ebenfalls Mühle. Nachdem Blochwitz letzte Woche der Treffer zugunsten von Schulemann geklaut wurde, ist Tom damit erstmal wieder sauber. Um die verfahrene Geschichte nun gerade zuziehen bräuchte es eines Schulemann-Treffers, dem man dann Mühle zuschreiben lassen könnte. Die Sache hat halt eben nur einen großen Haken. Benndorfs 6:1 nach 33:18min war eine ebenso kontinuierliche wie protokollarisch korrekt dargestellte Erhöhung. Leypold lieferte dazu seinen zweiten Saison-Assist. Keck sorgte in der 39.Minute für Hallenser Ergebniskosmetik und den nächsten Pausenstand, 6:2.

Kein Grund den Mann anzuschreien! Er hat ja noch getroffen: Richard Opitz

Das letzte Drittel wirft dann wie in der Vorwoche verschiedene Fragen auf. Denn plötzlich wars bei Schkeuditz wieder vorbei mit dem souveränen und vor allem kontrollierten Spiel. Stattdessen ließ man sich zunehmend erneut auf ein wildes Hin- und Her-Gerenne ein, was die Torfolge hüben wie drüben schnell ansteigen ließ. Saß stellt zunächst auf 7:2 (41:36min), Halle stellt den alten Abstand wieder her, Kubusch, 7:3 (44:15min). Blochwitz markiert das 8:3 (49:28min), Oheim verkürzt für Halle, 8:4 (51:39min). Halle saugt sich durch Fuchs noch näher ran, 8:5 (56:43min), und dann hält die Schlussminute gleich nochmal drei Treffer bereit. Erst trifft Saß mit scharfer Hereingabe von rechts einen Hallenser Fuß, der formvollendet einnetzt, 9:5 (59:16min). Halle antwortet 16 Sekunden später nach ganz groben Patzer in der Schkeuditzer Defense durch Fuchs, 9:6. 12 Sekunden vor Ende dann tatsächlich noch eine Strafe gegen Halle wegen Stoßens. Keine große Nummer, und wo man einen Penalty erwarten konnte, gabs „nur“ einen Freischlag. Halle schon im Feierabend-Modus, und Schulemann legt einfach nach rechts auf Opitz, dessen erster Saisontreffer dann auch den 10:6 Endstand markiert.

Wir halten fest: Die komischen Flausen in den letzten Dritteln gilt es den Jungs nun mal auszutreiben. Ursachenforschung darf dahingehend gerne getrieben werden. Ansonsten sah man zwei Drittel ein schönes und seriöses Schkeuditzer Spiel mit den altbekannten Mängeln in der Effizienz, dass die „Tradition“ des letzten Spiels in Sachen Teamspirit fortsetzte.

Gegen Zwickau kann man am kommenden Sonntag um 11:00Uhr in Weißenfels nun auch direkt mal ganz konsequent am letzten Drittel arbeiten. Das muss und wird doch mal möglich sein, oder?
U

nd zum Schluss mal wieder ein völlig verkorkstes Protokoll: https://sbkost.saisonmanager.de/index.php?seite=game&game=11321

Indem wir hier nun ebenso ganz seriös einen Guten Abend wünschen, verabschieden wir uns bis nächste Woche.

cs

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