Unwetterwarnung!

Der MFBC-eigene Floorballwetterdienst warnt für kommenden Samstag ab 16:00Uhr vor dem Durchzug eines schweren Sturmtiefs durch die Sporthalle Am Rabet. Während die geneigten Betrachter auf den Rängen noch halbwegs sicher sein sollten, sollten sich unsere Bundesligaherren auf recht ruppige Winde aus Richtung Schriesheim einstellen. Genauer gesagt auf den zweitstärksten Sturm der Floorballbundesliga.

Man(n) mag bei den Zahlen eigentlich gar nicht hinschauen.

Dann wollen wir uns die Spitzbuben und Unruhestifter mal genauer ansehen, die auf dem Papier das wohl größte Missverständnis in Floorball Deutschland darstellen. Vorne haben wir die gewohnten drei Ballermänner Alexander Burmeister, Felix Künnecke (beide Nationalspieler) und Nicolas Burmeister. Die machen zusammen 44 (wir haben alle zusammen 45) von insgesamt 64 Schriesheimer Buden. Das ist der zweithöchste Wert an Treffern nach dem UHC. Da hat sich in der internen Scorerliste gegenüber der Vorsaison zunächst nicht allzu viel geändert. Dann klafft allerdings ein veritables Loch, wo sich in der Vorsaison noch Youngster Adrian Braune an die drei Genannten angedockt hat. Der Gute verdient in dieser Saison seine Millionen nun allerdings in der Schweiz. Pech für Schriesheim, denn der eine oder andere Braune-Treffer hätte bei einigen knappen Spielen die Waagschale durchaus auch zugunsten unserer Gäste kippen können.

Wo er recht hat, hat er recht. Mit einem 1:0 Endstand für den MFBC könnten somit sicher beide zur Abwechslung mal ganz gut leben, oder?

Denn eines hat sich gegenüber der Vorsaison nicht geändert: Schriesheim ist hinten nicht ganz dicht! Mit 69 Gegentreffern empfängt man am bis jetzt am meisten in der Liga, und die Rechnung vorne eins mehr zu schießen als man hinten reinbekommt geht einfach zu selten auf. So lesen sich die Saisonergebnisse teils absolut spektakulär. Ein 8:4 gegen Berlin daheim zum Auftakt vielleicht noch nicht so. Die folgende 11:13 Pleite beim Aufsteiger in Schenefeld dafür umso mehr. Schenfeld macht in dem Match ein Drittel seiner bisherigen Saisontore. Es folgten die bis heute letzten Punkte beim 12:4 Heimerfolg über Chemnitz am dritten Spieltag. Danach gabs nur noch Niederlagen, aber darunter eben auch welche mit reichlich Aha-Effekt: 6:8 in Hamburg am 7.10., 8:9 in Lilienthal am 8.10. (aha), 7:11 in Kaufering, 4:9 in Wernigerode, und zuletzt 8:11 daheim gegen den UHC (aha). Der Doppelspieltag im Oktober liest sich dabei recht interessant, und zeigt einerseits, wie dicht die Schriesheimer dran sein können, aber andererseits eben auch, dass dies ganz enorm zu Lasten der Balance innerhalb der Mannschaftsteile zu gehen scheint.

Wir wünschen es ja niemanden, aber gegen die Natur ist nun mal kein Kraut gewachsen.

Und diese fehlende Balance führt uns doch geradewegs zu uns. Was für ein komischer Zufall aber auch, und Wernigerode muss dabei jetzt herhalten. Ja, wir spielen ganz nett anzuschauenden aggressiven Floorball. Nützt uns nur nix, da uns vorne einfach die gnadenlosen Vollstrecker fehlen. Und ein gnadenloser Vollstrecker wird man im Erwachsenenalter sicher auch nicht mehr. Das ist man dann schon, oder man ist es eben nicht. Der Zug scheint dahingehend vielfach abgefahren. So sind wir sicher Weltmeister im Aufwand-Nutzen-Missverhältnis, um uns dann, wenn die Beine und der Kopf müder werden, von einem 16jährigen den Rest geben zu lassen, der 2 Stunden vorher bereits ein volles Regionalligaspiel bestritten hat. Die Kiste scheint irgendwie festgefahren, und dennoch muss man das Beste draus machen. Dann eben mal her mit euch Schriesheimern. Ihr deren Beine nach der langen und beschwerlichen Anreise schwer wie Blei sein werden! Am Ende wird der gewinnen, der seine Balance besser und zuerst findet. „In der Ruhe liegt die Kraft“ hieß es hier nach Wernigerode. Das muss besonders vor diesem Match Eingang in die Köpfe unserer Jungs finden. Denn sonst droht ein Tor-Spektakel mit absolut ungewissem Ausgang. Dazu gehört dann aber eben auch die Möglichkeit, dass wir im tosenden Schriesheimer Sturm untergehen.

cs

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