Bitte weiter träumen

MFBC Grimma-Damen, Pokal

Förde Deerns gegen MFBC Grimma 1:10 (0:3; 0:3; 1:4)

 

Das stolze Langschiff der Wikingerinnen ist weiter auf Kurs: Kurs Nordost in Richtung Final4. Die Pokalendrunde finden in diesem Jahr am 17. und 18. März in der Sömmeringhalle in Berlin statt.

Knapp 20 km hinter Kiel, im schönen Örtchen Gettorf, galt es sich für das Final4 zu qualifizieren. Die Gegnerinnen hatten für sich das Momentum des Erfolges in der Regionalliga Nord ausgerufen, hatten doch die Förde Deerns am letzten Wochenende die Regionalligameisterschaft Nord für sich entschieden. Man entthronte nebenbei den Dauermeister ETV Lady Piranhhas Hamburg mit einem knappen 3:2. Ein Erfolg, der in den letzten Jahren das Startrecht im Kampf um die deutsche Meisterschaft der Damen gegen solch illustre Gegnerschaft wie den UHC Sparkasse Weißenfels oder den MFBC Grimma gesichert hätte. Und Grimma gab jetzt seine Visitenkarte in Gettorf ab. Zeit für eine Wasserstandsmeldung der Deerns im deutschen Damenfloorball, ein aus drei Vereinen rund um Kiel. Mit diesem Erfolg im Rücken sollte auch am Sonntag eine Sensation gelingen. Allerdings zeigte sich schnell, dass die Grimmaerinnen nicht gewillt waren, überhaupt die Frage nach Sieg oder Niederlage aufkommen zu lassen. Diesmal ging man konzentriert zu Werke, auch wenn Headcoach Ralf Kühne am Ende über weite Teile des Spiels wenig zufrieden wirkte.

Nach 6,5h Fahrt und 500km im kleinen Gettorf angekommen.

Bereits nach 55 Sekunden bedient Daniela Kolbe Kapitänin Sabine Wagner zum 1:0. Weitere Abschlüsse auf das Tor der Deerns folgten, auch wenn diese immer wieder Nadelstiche in Richtung des von Julia Bran gehüteten Grimmaer Kastens setzen konnten: Allerdings waren diese Abschlüsse nicht von einer durchschlagenden Qualität. Auch eine 2-Minuten-Strafe gegen Alexandra Kürth wegen fehlendenAbstands beim Freischlag überstand Grimma schadlos (6.).

Einer von 10 Torjubeln. Foto: Antje Blümel

Vielmehr zeigte sich, dass Grimma auch in Unterzahl versuchte auf Torerfolg zu spielen. Allerdings wurde dabei zu schnell und überhastet nach vorn agiert, so dass ein Torerfolg versagt blieb. Anne-Marie Mietz war es dann vorbehalten, mit einem trockenen Schuss in die kurze Ecke die Führung auszubauen. Auch eine zweite Zeitstrafe gegen Sarah Hecht wegen überharten Körpereinsatz bot die Chance sich in Unterzahl zu beweisen. Die Defensivleistung war durchweg gut, aber nach vorn gelang zu wenig. Die Nordlichter waren in ihrer Überzahl nicht in der Lage, sich die Grimmaerinnen zurecht zu legen, um sich mit dem Anschlusstreffer zu belohnen. Zum Ende des ersten Drittel gelang Charlotte Rüssel in der 17. Minute das 3:0. Durchaus standesgemäß, aber auf Grund weiterer Chancen eher zu wenig auf der Habenseite.

Foto: Antje Blümel

Das Heimteam setzte dem einen enormen Kampfgeist und durchaus eine athletische Komponente dagegen, ohne dass man das Gefühl hatte, das Match könnte sich in eine andere Richtung entwickeln.  In der Drittelpause wurde nochmals für ein geordnetes Spiel durch den Trainerstab geworben. Die Gäste gingen etwas zu ungeordnet an die Sache ran, obwohl die Förde Deerns in ihrer Defensivaufstellung große Lücken offenbarten, die letztendlich nicht konsequenter genutzt wurden. Auch eine eigene Überzahl konnte nicht zu einem Torerfolg genutzt werden. Als Sonja Dietel in der 22. Minute das 4:0 erzielte, waren die Wikingerinnen endgültig im sicheren Fahrwasser. Dass die Deerns sich mehr errechnet hatten, konnte man aus der Reaktion auf dieses Tor erahnen. Ein Stock flog aus Frust und die Spielerin durfte zehn Minuten auf der Strafbank den Frust runter schlucken. Der Erfolg gegen das Hamburger Bundesligateam trug möglicher Weise zu dieser Einschätzung bei. Aber der deutsche Vizemeister war eine andere Aufgabe als die Piranhhas. Konnte man während des Einspielens doch einiges bei den Deerns an Talent erkennen, tat man sich schwer, wenn Tempo, Ball und eine Gegenspielerin hinzukamen. Da liegt noch viel Arbeit vor den Verantwortlichen in und um Kiel, wenn die Förde Deerns den nächsten Schritt machen wollen.

Foto: Antje Blümel

Grimma spielte weiter seinen Stiefel runter. Tore von Mietz und Stefanie Reinhardt brachten eine deutliche Resultatverbesserung. Im Schlussdrittel legten Hannah Götze, Lisabeth Klaus sowie zweimal Mietz auf standesgemäße 10 Tore nach. Für Kühne das vermeidbare Gegentor ärgerlich, hatte man doch in der zweiten Drittelpause als Zielvorgabe ausgegeben, zu Null zu spielen. Allerdings hatten sich die Förde Deerns diesen Ehrentreffer durch ihren aufopferungsvollen Kampf aber auch mehr als verdient. Auch wenn nach deren Meinung die Niederlage zu hoch ausfiel, ist dem Team aus dem hohen Norden doch deutlich aufgezeigt worden, dass es bis zu den beiden Spitzenteams aus Weißenfels und Grimma noch ein weiter Weg ist. Co-Trainerin Alexandra Nickel verdeutlichte dies auch mit der klaren Aussage, dass die erzielten 10 Tore eigentlich zu wenig waren. Hier hatte man mit einem Mehr auf der Habenseite gerechnet. Aber Pokal hat eigene Gesetze und es gilt lediglich die nächste Runde zu erreichen.

Pokal-Halbfinaleeeee! Foto: Antje Blümel

Mit diesem Wochenende steht auch das Teilnehmerfeld für das Final4 fest. Neben dem SSF Dragons Bonn und den Dümptener Füchsen ist erstmals die SG Wernigerode/Chemnitz mit am Start. Die sächsisch-anhaltinische Spielgemeinschaft zeigte bereits in der Regionalliga Ost ihre Qualität. Nun harren alle der Dinge die da kommen müssen – Auslosung der Halbfinals. Der Traum vom Pokalsieg wird bei allen vier Teams weiter geträumt. Auch Grimma träumt vom zweiten Pokalsieg nach 2011. Kühne wird dafür sorgen, dass neben der Träumerei auch harte Arbeit auf der Tagesordnung steht. Die nächsten Spiele gegen den ETV Lady Piranhhas Hamburg am kommenden Samstag und die dann folgenden beiden Spiele gegen den deutschen Dauermeister UHC Sparkasse Weißenfels sollen der Vorbereitung auf den ersten Saisonhöhepunkt Final4 dienen. Denn auch in den Halbfinals gilt es, die nächste Runde zu erreichen.

Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin! Und das sicherlich wieder mit den treusten Fans als Unterstützung. Foto: Antje Blümel

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