Die Antwort lautet: „Nein!“

Auf welche Frage? Auf die, ob sich der Schkeuditzer Kader ähnlich der Vorwoche nochmals nahezu folgenlos durchmischen und anhand des zur Verfügung stehenden Personals beliebig kombinieren lässt. Bei der 6:7 (2:3,4:3,0:0,0:1) n.V. Niederlage am letzten Samstag bei der zweiten Mannschaft des UHC Weißenfels wurde der Bogen nun, aus der Not heraus, endgültig überspannt, womit die vor Wochenfrist erlangte Tabellenführung bereits wieder Makulatur ist.

Auf personelle Rosen waren dabei die Gastgeber mit ihren 10+2 Leutchen zwar auch nicht gebettet, hatten aber ihren inneren, und damit eingespielten Kern weitestgehend beieinander. Von unseren 11+1 Cracks kamen drei Mann aus organisatorischen Gründen (Moritz Neustadt spielte zuvor noch erfolgreich U17 Kleinfeld) erst kurz vor Bully in die Halle, und Josef Linke streifte sich das Spielerdress über. Das sagt so ziemlich alles.

Am Ende wurde daraus folgende Aufstellung geschmiedet:

Tor: Schuster
Reihe 1: Benndorf, Schulemann, Mühle, Beuche, Wieczorek
Reihe 2: Beyer, Richter, Dietel, Neustadt, Leypold + Linke im Wechsel

Und die dunklen Wolken des Spielverlustes zogen ziemlich rasch über Schkeuditzer Team herein. 0:3 lag man ziemlich unspektakulär bereits nach 15 Minuten hinten. Richter (01:04min), Weikum (13:54min) und Henze (14:17min) brachten drei Dinger an Schuster vorbei in unserem Kasten unter. Dabei täuscht der Eindruck, denn von Dauerbeschuss war der Steffen zu diesem Zeitpunkt weit entfernt. Es lief eben alles einfach nicht. Einen ruhigen Aufbau ließen die Gastgeber durch punktuell aggressives Stören nicht immer zu, unser Angriffsspiel blieb in weiten Teilen nicht mehr als Stückwerk (klar, teilweise hatte man sich vorher hier und da schon mal gesehen, mehr aber auch nicht), läuferisch waren wir auf den ersten Metern zumeist unterlegen, und die paar Abschlüsse, die man mehr erzwang als erspielte, versemmelte man kläglich. So reichte es den Gastgebern, ihren Stiefel einfach nur runterzuspielen. Eine Überzahl brauchte es, um uns erstmal ins Spiel zu bringen. Mangels Tagesalternativen musste Dietel einfach liefern, 1:3 (18:04min), und weil er dann einmal dabei war, gleich noch den Anschluss zum 2:3 9 Sekunden vor der Pausensirene hinterher.

Drittel 2 dann ein munteres Scheibenschießen in entspannter Atmosphäre. Nach Spielen gegen Dessau muss man diese Wohltat unbedingt auch mal explizit herausheben. Wir bleiben zunächst bei Dietel, dessen nächster Versuch für die Gastgeber unglücklich den Weg ins Tor fand, Eigentor, Ausgleich (21:18min). Arndt konterte 18 Sekunden später prompt, 3:4 (21:36min). In der 25.Spielminute lässt der UHC im Aufbau den Ball liegen. Leypold behält allein vor dem Weißenfelser Keeper die Nerven und gleicht erneut aus, 4:4. Mitte des Spiels gehen wir dann tatsächlich in Führung. Selten fand man sich in der Samstagsformation im Offensivspiel, dieses eine mal gelang es. Dietel findet Neustadt auf rechts, der macht seine erste Bude für die Regiotruppe, und belohnt sich für sein engagiertes Match, 5:4 (30:14min). Der Weißenfelser Ausgleich ließ exakt 3 Minuten auf sich warten. Henze wars zum zweiten Mal. Philipp Beuche weiter zurück auf dem harten Weg ins geregelte Floorballerleben. Ein, zweimal ließ er schon wieder alte Technik in Solis aufblitzen, in Sachen Abschlussqualität gliederte er sich am Samstag ins Team ein, mit dem Körper kann er arbeiten, ein Usain Bolt war er noch nie. So in etwa. In der 35.Spielminute spielte er dann jedenfalls den Pass in den Slot, wo Schulemann das macht, was er am liebsten macht. Nämlich die Murmel aus kurzer Distanz irgendwie ins Tor schieben, 6:5. Aber auch diese erneute Führung hatte keinen Bestand. Beyrich glich eine Minute vor Drittelende erneut aus.

Im dritten Spielabschnitt kamen dann Schkeuditzer Bemühungen um nennenswerte Torabschlüsse nahezu gänzlich zum Erliegen. Auf Dietel hatte sich der UHC zu diesem Zeitpunkt lange eingestellt, Mühle agierte das ganze Spiel über eher unglücklich, und so viel mehr potentiell scharfe Waffen hatten wir dann einfach nicht mit dabei, wenn man nicht auf spielerische Lösungen zurückgreifen kann, wie Schkeuditz am Samstag. Wenigstens hielt man nun hinten den Laden dicht, so dass der UHC aus seinem Übergewicht seinerseits kaum nennenswerte Chancen erarbeiten konnte. Diese zunehmend zähe Veranstaltung wurde jäh nach 52:23min unterbrochen. Arndt erwischte Leypold mit dem Stock an Kopf und Brille, und saß fortan für 5 Minuten auf dem Strafhocker. Was wollte man nun aus Schkeuditzer Sicht eigentlich noch mehr? Aber nein, es ging an diesem Tag einfach nicht. Vom Hinterhergerenne des Tages schon geschlaucht, war man schlicht sämtlicher Fähigkeiten beraubt, die es gebraucht hätte, um irgendwie Druck auf den Weißenfelser Kasten auszuüben. So übten sich die Gastgeber in Unterzahlballbesitz, während unsereins teils mit den gleichen 5 Mann über 5 Minuten auf dem Feld versucht war, das Ding überhaupt erstmal wieder in Besitz zu bekommen. Das tat schon beim Zugucken richtig dolle weh, und war eben doch nur ein Spiegelbild der Partie. 47 Sekunden vor Ende der Partie nimmt Schkeuditz noch die Auszeit bei eigenem Freischlag in der Weißenfelser Hälfte. Man hätte zur Verteidigung der Tabellenspitze den Dreier gebraucht. Man hätte es im 6 gegen 5 nochmal mit der Brechstange versuchen können. Alles andere wäre sowieso egal gewesen. Doch man streckte die Waffen und ließ es bleiben.

So war es dann auch egal, dass Beyrich nach 3:03 Minuten in der Verlängerung ein eher unscheinbares Ding Richtung Schuster brachte, was dieser passieren ließ.

Ein gebrauchter Schkeuditzer Tag mit Ansage also, der nun ein Playoff-Halbfinale gegen Dessau verspricht. Fürs letzte Vorrundenspiel am kommenden Samstag um 14:30Uhr in Dessau gegen Halle erscheint nun zunächst mal wieder ein Zusammenführen aller verfügbaren Kaderteile ratsam. Denn so oft wird man vor den Playoffs sicher nicht mehr miteinander spielen.

Vor der Halle fachsimpelte man nach der Partie noch mit einer Chemnitzer Größe, der ebenso über Kaderleid zu klagen wusste. Dessen Aussage, dass Schkeuditz und Chemnitz daher diesmal vielleicht nur den dritten Platz untereinander ausspielen, ließ uns irgendwie gequält miteinander lachen.

cs

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