Wir gehen All In!

Klingt schön markig, oder? Wer nun allerdings erwartet, dass wir vor dem ersten Spiel unserer Jungs in der Playoff-Viertelfinalserie am kommenden Samstag um 18:00Uhr in der Sporthalle Hoheluft in Hamburg gegen den ETV Piranhhas hier den großen literarischen Dampfhammer auspacken, der kann an dieser Stelle aufhören mit lesen.

Heldenepen haben wir zu ähnlichen Anlässen nach dem DM-Gewinn 2014 hier und anderswo genug beschworen, wir wollten das aus Jungs Männer werden, wir haben ihnen Bärte verpasst, wie sie manch einem in einem ganzen Leben ohne Rasur nie wachsen würden, und das alles nur um hinterher bedröppelt festzustellen, dass sich Erfolge eben nicht herbeischreiben lassen. Drum lassen wir es einfach, backen heute an dieser Stelle ganz kleine Brötchen auf der Sparflamme, und üben die ganz leisen nachdenklichen Töne.

All In gehen wir also. Ein Slogan, der irgendwie besser zu unseren in Kompaniestärke durch die Lande reisenden Pokalsiegerinnen passen würde. Aber die gehen komischerweise immer nur „Schritt für Schritt“. Diesbezüglich drückt „All In“ in Bezug auf unsere Herren eher einen verzweifelten Hilferuf aus. Guckt euch doch nur mal den Kader in Schriesheim an. Josef Linke, Jonas Damm, Richard Opitz, alle drei haben die Saison mal in der Regionalliga begonnen. Ohne die drei hätten wir in Schriesheim mit was gespielt? Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Nehmen wir uns da mal explizit den Opitz raus. Der gute Junge wird ganz bald 25 Jahre, und wusste bis vor drei (oder sinds doch schon vier?) Jahren (!) noch nicht mal, wie ein Floorball überhaupt aussieht. Ein Rückschlagspiel hat er bis dato gespielt, auch schön. Dann konnte er krankheitsbedingt in den wenigen Floorball-Jahren auch noch monatelang maximal eingeschränkt trainieren. Und nun ist dieser positiv verrückte Typ dank seiner hervorragenden Physis kaum mehr aus dem Team rauszudenken, und macht im Rahmen seiner floorballerischen Möglichkeiten in seinen Einsätzen einen exzellenten Job. Das, liebe Floorballfreunde, ist der MFBC Leipzig 2017/2018. Derart absolut auf Kante gestrickt, das wir frei von allen Erwartungen einfach nur „All In“ vor uns hin stöhnen.

Man kann es nicht anders umschreiben: Für uns ist es ein Wunder! Es ist ein Wunder, dass man unter diesen Voraussetzungen so (scheinbar) leicht wie seit einigen Jahren nicht in die Playoffs spazierte. Dabei mangelt es dem Team auch nicht am nötigen Selbstbewusstsein, ergänzt um eine Komponente, die wir hier in all den Jahren immer mal wieder ganz schmerzlich vermisst haben: Teamspirit! Aber soll das wirklich reichen, für Playoffs? Ersetzt Selbstbewusstsein und Teamspirit wirklich in Alles-oder-Nichts-Spielen eingespielte Linien und normalerweise mühsam antrainierte Automatismen, egal welche 10+ Leute gerade für uns mal am Floorballtatort sind? In Kaufering mit allerlei Aushilfskräften nur 4:5 unterlegen, mit Wernigerode (ohne Kanta und Novotny) einen Gegner bezwungen, dem der Ernst der Lage erst viel zu spät bewusst wurde, ohne dass das Spiel eine Minute länger hätte dauern dürfen. Und nun der Kader in Schriesheim. Irgendwie geht es, man scheint im Flow zu sein. Doch kann man dem Braten wirklich trauen, und wie weit kann man personell den Bogen noch spannen, ohne das die Sehne endgültig an ihrer Belastungsgrenze angelangt, und uns mit einem lauten Knall um die Ohren fliegt? Jetzt wäre eigentlich kein besonders guter Zeitpunkt, um dies auszuprobieren. Aber hey, wir sind hier beim MFBC, und irgendwie werden wir schon „All In“ gehen. Ist am Ende sowieso bloß ne Frage der Begriffsinterpretation, oder?

Und der Gegner so? Eigentlich ist es wurscht, denn es geht nun mal bei 0 los. Trotzdem ist unsere Bilanz gegen Hamburg in den letzten Jahren negativ, und die Spiele gehen IMMER in die Verlängerung. Das muss als Kurzfassung zur (nochmaligen) Einordnung auch schon reichen.

Und jetzt, wo wir hier langsam zum Ende kommen, wollen wir nur noch mit einem möglichen Missverständnis aufräumen, so hier ein falscher Eindruck entstanden ist. Selbst wenn wir All In gingen, besteht auch immer noch die Möglichkeit, dass der Gegner schlicht und einfach besser ist. Kann man ja mal von gehört haben, nur rein vorsorglich.

So drücken wir eben diesmal keinerlei Erwartungen aus, sondern lassen den Dingen einfach mal ihren Lauf und wünschen in Hamburg ein Spiel, das die anwesenden Aktiven und Coaches halbwegs zufrieden stimmt. All In hin oder her.

cs

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