Nordkrimi – die Dritte – uuuund Action …

Der hohe Norden scheint in diesem Jahr für unser Herrenteam ein Mysterium zu sein – nach einem unzufrieden stellenden Unentschieden gegen Aufsteiger Schenefeld und einer mit einem Punkt belohnten 6-Tore-Aufholjagd beim ETV Hamburg wurde es auch zu Gast beim Vizemeister Lilienthal wieder besonders.

TV Lilienthal vs. MFBC Leipzig 6:6 n.V. (4:0, 1:2, 1:4, 0:0)
Samstag, 13.01.2018 – 18.00 Uhr – Schoofmoorhalle, Lilienthal

Erneut reichten also 60 Minuten nicht um einen Sieger zu ermitteln. 6 Spiele endeten bis zum 11.Spieltag nach regulärer Spielzeit remis – die Hälfte davon mit Leipziger Beteiligung. So gab es auch am Samstag einen surrealen Spielverlauf in Lilienthal zu sehen – Fakt ist aber, dass der MFBC nach der überaus knappen Weißenfelsniederlage am vergangenen Spieltag mittlerweile in der Lage scheint auch die Großen wieder mächtig zu ärgern.

Unser Coaching-Duo Persson/Uosukainen kann bei den Randbremern auf 13 Akteure plus Goalie Rosenthal zurückgreifen und startet mit zwei Linien in die Partie. Besonders hervorzuheben, dass Youngster Jonas Damm bereits in seinem vierten Saisonspiel zur absolut unverzichtbaren Defensivgröße entwickeln konnte und erneut neben Nationalspieler Schuschwary zur Startformation gehörte. Während Richard Opitz, Lukas Schönnagel und Felix Linke gegen laufstarke Wölfe als Backups jederzeit einsatzfähig bleiben sollten, zeigten die aktiven Akteure im ersten Drittel eine Leistung zum Vergessen.

Lilienthals Nationalspieler und finnischen Gastspieler führten unsere Herren geschlagene 20 Minuten an der Nase herum. Und warum? Weil wir fast immer einen Schritt zu spät und im Kopf irgendwo nur nicht auf der Platte zu finden waren. So durfte zunächst Janos Bröker sich drei Mal ungehindert am Torabschluss probieren ehe er den Abpraller höchst selbst unter Marcus Rosenthal ins Netz befördern kann (4.). Die zu diesem Zeitpunkt des Spiels mangelhafte Zweikampfführung lädt dann auch recht schnell Siljamo (7.) dazu ein freistehend auf 2:0 zu stellen. Dass ein Herr Kanta unter solchen Bedingungen kein angenehmer Zeitgenosse ist, bekommen nicht nur seine Teamkameraden zu spüren. In Folge einer Strafe gegen ihn hämmert Niklas Bröker (11.) den Ball in die Maschen. Und damit nicht genug – nach Ballverlust in der Vorwärtsbewegung haben Mähönen und Diaz de Armas nur wenig Mühe gegen Schuschwary und Rosenthal. Das 4:0 nach 15 Spielminuten ließ keine großen Lichtblicke zu, immerhin konnte unsere Mannschaft dann aber zumindest etwas stabiler agieren und rettete sich in die Pause.

Markierte zwei Treffer: Paul Kretzschmar

Den Restknopf fand man zunächst dennoch nicht. Sechs Minuten lang behielt das Match sein bis dahin gesehenes Gesicht, welchem Mähönen mit einem Fernschusstreffer eine hässliche Fratze aufsetzt (26.). Dann aber spürte man, dass sich unsere Jungs diese Loser-Maske mit allen Mitteln herunterreißen wollten. Der Schalter schien plötzlich umgelegt zu sein! Während in Hamburg erst 40 Minuten vergehen mussten, konnte man am Samstag „schon“ ab der 25. Minute zwei Mannschaften mitspielen sehen. Leipzig übernahm mehr und mehr das Kommando, überstand eine Ronkanenstrafe und erarbeitete sich sukzessive eine Feldüberlegenheit. Der bis dato gescholtene Schuschwary kann auf Vorlage von Kretzschmar den Bann lösen (34.). Auch die Auswechslung des gesundheitlich angeschlagenen Max Patzold sollte am Spiel des MFBC nur wenig ändern. „Regionalligist“ Richard Opitz übernimmt die Rolle an vorderster Front erobert gegen zwei Gegenspieler den Ball, passt auf Kretzschmar und der kann im Nachfassen das wichtige 5:2 erzielen und lässt wieder Hoffnung aufkeimen (38.).

Dass die Coaches ihre Jungs also in der Kabine an das Match in Hamburg erinnerte, ist kein Geheimnis und so marschierte das Team mit breiter Brust und dem Ziel einer ähnlichen Aufholjagd ins Schlussdrittel. Auch hier musste man zu Beginn erst einmal eine Kanta-Stockschlag-Strafe überstehen und zu allem Überfluss einen Kontertreffer von Janos Bröker (45.) schlucken. Aber das Spiel lief hauptsächlich in Richtung Nationalkeeper Hallerstede. Dessen Gegenüber Marcus Rosenthal erreichte Höchstniveau und stärkte seinen Vorderleuten mit Wahnsinnsparaden den Rücken. Zeit für den späteren Man of the Match Stanislav Kanta. Aus seiner Wut war mittlerweile Entschlossenheit gewachsen. Seinen hoch abgefälschten Schuss erkämpft er sich zurück und hält mit der Rückhand drauf, der Ball schlägt in der kurzen Ecke ein (45.). Zwei Wechsel später kann er dann erneut einnetzen. Ein Solo an der rechten Bande, Dribbling vors Tor und hinein ins Glück zum 6:4 Zwischenstand (48.). Rosenthal hält weiter was es zu halten gibt und die Defensivarbeit erreicht ebenfalls ihr höchstes Niveau. Ihr erinnert euch an Ronkanen, wie er den Aufbau des Gegners ab und an zu stören im Stande war? Ja er hat es nicht ganz verlernt – riecht in der 54. Minute den Braten, ergaunert sich den Lochball, legt auf Kretzschmar und der mit seinem zweiten Treffer. Die Spannung in der Wolfshöhle steigt, Lilienthal bemüht sich den Lucky Punch zu setzen und schadet sich am Ende selbst mit einer Strafe. Während Dennis Heike draußen Platz nehmen muss, zieht unser Cruchtime-Scorer Novotný von der rechten Seite direkt ab und lässt seine Mitspieler verdientermaßen Jubeln (59.). Aufholjagd erneut geglückt und einen Punkt redlich verdient.

„Zeigen was wir können!“

Erneut also eine Overtime – nach kräftezehrender, aber euphorisierender Spätzündung. Auch hier das Bild aus Drittel 3 – Leipzig mit leichtem Übergewicht und etwas besserem Spiel. Da auch Rosenthal weiterhin jede Chance der Gastgeber zunichte pariert, steigt die Zuversicht. Doch Lilienthal macht alles dicht. Als der MFBC dann auch noch einen Strafschuss zugesprochen bekommt (68.) sind alle zum Jubeln bereit, doch Novotný zielt zu genau und hängt den Ball an den Querbalken. Im 6 gegen 4 will Persson dann unbedingt den zusatzpunkt erzwingen, doch Hallerstede weiß das zu verhindern. Mit einem 6:6 nach 5:0 Führung werden sie in Lilienthal dennoch nicht zufrieden sein – anders dahingegen die Gefühlslage beim MFBC.

Nach 2 Jahren hatte man wieder einmal das Gefühl den aufstrebenden Gastgebern auf Augenhöhe begegnen zu können. Wenn man nicht immer nur wieder solche Startschwierigkeiten zeigen würde. Svenson Hoppe ist sich sicher, „dass die letzten Spiele zeigen, was wir können – und das heißt „Jeden Schlagen“ – wir haben uns physisch und psychisch stark verbessert und sind in der Lage spielerisch mitzuhalten. Natürlich ist es eine Katastrophe so in ein Spiel zu starten, aber diese Erfahrungen werden uns helfen keine Partie frühzeitig abzuhaken. Das Team spielt als Team schlecht und gut zugleich, und das kann uns noch weit tragen.“

Nun hat man also die beiden schwersten Brocken in den ersten beiden Spielen der Rückrunde hinter sich und geht überaus gefestigt in die anstehenden Partien. So heißt es bereits am kommenden Wochenende im Pokalviertelfinale gegen eigenartig wankende Wernigeröder (7:3 Niederlage gegen Chemnitz) alles rauszuhauen um das KO-Duell für sich zu entscheiden.

Spielbericht:
https://fvd.saisonmanager.de/index.php?seite=game&game=9868

Highlightvideo MFBC:
https://www.youtube.com/watch?v=0mBMQJwet4s&index=11&list=PL2ho5jc7PhTQgk1-8MYqwQOOrB4MsjWzK

Hinweis nächstes Pokalspiel:
Red Devils Wernigerode vs. MFBC Leipzig (Viertelfinale)
Sonntag, 21.01.2018 – 16.00 Uhr – Stadtfeldhalle, Wernigerode

Hinweis nächster Bundesliga-DOPPELSPIELTAG am 11.02.2018 Sporthalle am Rabet, Leipzig:
Damen: 13.00 Uhr – MFBC Grimma vs. UHC Weißenfels
Herren: 16.00 Uhr – MFBC Leipzig vs. BAT Berlin

mfbc

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