MFBC im Interview mit seinem neuen Sportdirektor

Einen vereinsübergreifenden, visionären Sportdirektor, der alle sportlichen Belange für die kurz-, mittel- und langfristige Ausrichtung des Vereins zielführend bündelt und mit hohem persönlichen Engagement den alltäglichen Aufgaben rund um die Nachwuchs-,Regionalliga- und Bundesligaspielerinnen und Spieler sowie deren Trainer zugleich begegnet war und blieb seit Gründung des MFBC 2007 der große Wunsch innerhalb der Verantwortlichenriege – seit 10 Jahren ist dieser Posten beim MFBC aufgrund seiner Komplexität unbesetzt gewesen – aber dann kam ER.

Der Mitteldeutsche Floorball Club e.V. bestätigt nun offiziell Ex-Nationalspieler und Leipziger Floorballgröße Christian Sieber als Sportdirektor. Die Vereinsführung um Präsident Holger Saß ist fest davon überzeugt, dass mit Christian eine absolut fachkundige und vor allem menschlich auf allen Ebenen stimmige Personalie für diesen Posten ins Amt berufen werden konnte. Die Initiative diesen Posten zu übernehmen, kam dabei nach dem erneut frühzeitigen Verletzungsaus als Spieler der Bundesligamannschaft und dem anschließenden Wechsel auf die Trainerbank von Christian Sieber selbst im Rahmen einer erweiterten Vorstandssitzung im Frühjahr.

Der 32-Jährige bringt frischen und visionären Wind in den Verein und kann dank seiner zahlreichen Erfahrungen im Nachwuchs- und Erwachsenenbereich in Deutschland und Schweden auf eine beeindruckende Floorballkenntnis vorweisen. Im Rahmen eines vereinsinternen Trainerpodiums konnten bereits erste Maßnahmen in die Wege geleitet werden und die Weichen für die Zukunft neu justiert werden.

Wie umfangreich die Arbeit als Sportdirektor im 3-Standorte-übergreifenden MFBC ist und welche Herausforderungen Christian sieht, erzählt er uns selbst im Interview:

MFBC: Christian, zunächst einmal begrüßen wir dich ganz herzlich als Sportdirektor des MFBC und hoffen, dass die gesundheitlichen Beschwerden, welche dich zum Niederlegen des Stockes zwangen, weitestgehend auskuriert werden konnten.

C.S.: Vielen Dank für die einleitenden Worte. Im Grunde habe ich bereits vor vier Jahren den Schläger niederlegen müssen und wollte es mir einfach nochmal selber im vergangenen Jahr beweisen, ob ich weiterhin auf dem hohen Leistungsniveau spielen kann und ob mein Körper das Ganze durchhält. Leider sind die körperlichen Probleme doch etwas schwerwiegender. Meine Spielerkarriere ist Vergangenheit und jetzt gilt es im Verein die Arbeit aufzunehmen.

MFBC: Du hast dich im April aus eigener Motivation mit dem Thema Sportdirektorposten im MFBC beschäftigt und deine Bewerbung beim Vorstand eingereicht – was hat dich zu dieser aufopferungsvollen Aufgabe bewogen und worin siehst du die Schwerpunkte deiner Arbeit?

C.S.: Nach Beendigung meiner Spielerkarriere bin ich, wie angesprochen, in den Assistenz-Trainerposten unserer Bundesligamannschaft gewechselt. Für mich eine vollkommen neue Aufgabe, da ich vorher ausschließlich im Nachwuchsbereich Kinder und Jugendliche ausgebildet habe. Hier konnte ich von Mattias Persson und seinem Trainerstab eine ganze Menge lernen, angesichts Ihrer sehr akribischen und detaillierten Trainerarbeit, welche bei mir einen bleibenden positiven Eindruck hinterlassen hat. Im Laufe der Saison sind mir viele strukturelle Probleme im Verein aufgefallen und mir ist klar geworden, dass es jemanden geben sollte, der die gesamten sportlichen Strukturen und Abläufe im Verein verbessern und koordinieren muss. Als Co-Trainer einer Mannschaft ist das nicht möglich und daher kam mir persönlich sehr schnell der Gedanke, dass ich die Aufgabe übernehmen will.

Momentan setze ich mich mit der Aufstellung und Strukturierung des IST-Zustandes auseinander, das heißt zum Beispiel Gespräche mit Trainern und Verantwortlichen zu führen und Trainings sowie Turniere zu besuchen.

Absoluter Schwerpunkt für mich ist der Nachwuchsbereich, in dem wir viele Prozesse optimieren und die Strukturen stärken müssen, denn unser Nachwuchs ist unsere Zukunft. Objektiv betrachtet, müssen wir uns eingestehen, dass uns andere Verein in den vergangenen Jahren überholt haben.

MFBC: Du hast bereits in der Vorstandssitzung mit deinem Weitblick Eindruck hinterlassen können, welche Maßnahmen konntest du bereits in die Wege leiten und wie war das bisherige Feedback aus den einzelnen Truppenteilen?

C.S.: In den vergangenen drei Monaten habe ich sehr viele Einzelgespräche mit Trainern, Spielern und Verantwortlichen geführt und einzelne Meetings einberufen beziehungsweise wurde ich zu Trainerbesprechungen eingeladen. Zudem war ich zu Gast bei Spieltagen einzelner Nachwuchsmannschaften und bei Turnieren.

Wir haben einen sehr großen Verein verbunden mit einer beachtlichen Mitgliederzahl und bedingt dadurch benötige ich den genauen Überblick, wie unser Laden läuft.

Ich denke, dass bereits die vielen Gespräche eine entscheidende Wirkung hinterlassen haben und obwohl wir nur an kleinen Rädchen gedreht haben, bringt uns das schon einen Schritt weiter. Ebenso die Einzelgespräche sind mir extrem wichtig, denn über Kommunikation können wir alle eine Menge erreichen und herauskitzeln. Auf der anderen Seite bin ich kein Freund von „nur reden“, sondern wir müssen es gemeinsam auch umsetzen. Meine Aufgaben- und Ideenliste ist sehr lang und für mich ist es entscheidend nicht mehrere Baustellen gleichzeitig zu eröffnen, sondern die Aufgaben mit vollem Einsatz richtig zu erledigen. Unzufriedenheit bringt keinen von uns weiter.

Wenn irgendwo der Schuhe klemmt, kann mich jeder gerne kontaktieren und wir finden zusammen eine Lösung.

MFBC: Sportlich steht der MFBC in einigen Nachwuchsbereichen (U13) aber vor allem im Damenbereich sehr stabil und erfolgreich da – es gibt allerdings im männlichen Nachwuchs zum Teil große Differenzen zu anderen Vereinen. Wo siehst du den MFBC im Nachwuchsbereich in den nächsten Jahren?

C.S.: Quantitativ sind wir im Nachwuchs, meiner Meinung nach, gut aufgestellt und woran es teilweise hakt ist die Qualität und Ausbildung der spielerischen und körperlichen Fähigkeiten der Mädchen und Jungen im Vergleich zu anderen Vereinen. Unsere Nachwuchstrainer machen einen super Job und leben für unseren Verein. Was wir brauchen sind einfach viel viel mehr davon.

Zielstellung für die nächsten Jahre ist ganz klar die Stärkung des Nachwuchses. Wir werden unsere Trainer intern ausbilden, neue Trainer ins Boot holen, Schulen für unseren Sport begeistern, neue Mannschaften aufbauen, leistungsstarke Kinder und Jugendliche verstärkt fördern und und und.

Wir bieten in unserem Verein die Möglichkeit des Breiten- und leistungsorientierten Sports, denn gerade im Nachwuchs stellt sich natürlich in der U-17 oder sogar schon in der U-15 die Frage, welchen Weg die Spielerin oder der Spieler einschlagen möchte. Wir haben mit unseren 1. Herren und 1. Damen zwei Mannschaften, welche in der 1. Bundesliga leistungsorientiert und erfolgreich agieren. Außerdem spielen in beiden Mannschaften Nationalspieler, die unser Land bei Weltmeisterschaften vertreten. Ich möchte damit sagen, dass es bei uns jeder ganz nach oben schaffen kann, wenn er mit vollem Ehrgeiz und Fleiß dahintersteht. Wir als Verein bieten die dementsprechende Unterstützung, das zu schaffen.

MFBC: Als Floorball-Enthusiast hattest du ja bis 2017 eine dreijährige Auszeit vom Sport genommen, was hat dich nun wieder zur Rückkehr motiviert und inwieweit kannst du bei dieser umfangreichen Arbeit auf Unterstützung innerhalb des Vereins zurückgreifen?

C.S.: Die Rückkehr zum Floorball ging mir des Öfteren in den vergangenen Jahren durch den Kopf und eines Tages wurde ich dann deutlich davon überzeugt wieder einzusteigen. Ganz ehrlich, ich bin sehr froh das getan zu haben, weil ich jeden Tag in meiner neuen Tätigkeit sehe, was für ein großes Potential in unserem Verein steckt und ich bin zudem absolut überzeugt, dass wir gemeinsam Großes schaffen können. Die damit einhergehende Unterstützung, welche ich vom Verein erfahre, ist wahnsinnig positiv.

MFBC: Als ehemaliger MFBC Kapitän, Spieler und Co-Trainer von Mattias Persson haben die Spieler stets von deiner stets positiven Persönlichkeit geschwärmt und zu dir aufgesehen, kannst du eigentlich auch mal mit der Faust auf den Tisch hauen und richtig sauer werden?

C.S.: Grundlegend bin ich sehr positiv eingestellt. Was würde mir schlechte Stimmung bringen? Nichts. Mit mir kann jeder ganz normal reden und sollte auch mit offenen Karten spielen. Ich bin überhaupt kein Freund von Gesprächen jeglicher Art, die hinter dem Rücken der betroffenen Person ausgetragen werden. Natürlich gibt es den einen oder anderen Moment, wo es kracht. Wenn wir ständig der gleichen Meinung wären, kämen wir nicht voran.

MFBC: Die Baustellen sind vielfältig und komplex – wie strukturierst du dich und wo siehst du die größten Schwierigkeiten?

C.S.: Ich habe einen sehr abwechslungsreichen und zeitaufwendigen Job, in dem es eminent wichtig ist einen durchstrukturierten Arbeitstag zu haben. Daher weiß ich auch die neue Aufgabe im Verein gut einzuschätzen und durchblicke mögliche Brennpunkte.

Momentan unterstützten mich in meinem Team zwei Mitkämpfer, welche sich zielgerichtet in bestimmten Bereichen engagieren. Gerne freue ich mich auf weitere Unterstützung. Wer also Interesse an weniger Freizeit hat und im Verein etwas bewirken möchte, kann mir gerne seine Bewerbung an cs@floorball-mfbc.de schicken.

MFBC: Christian, wir sind glücklich einen so kompetenten Menschen an dieser wichtigen Stelle zu wissen, wir wünschen dir viel Erfolg, gutes Feedback und vor allem, dass du weiterhin mit der Überzeugungskraft alle mitreißen kannst. Der MFBC freut sich auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit. Magst du noch eine Nachricht an unsere Vereinsmitglieder hinterlassen – dann hast du hier die Möglichkeit.

C.S.: Ich freue mich sehr auf die kommenden Jahre mit euch. Wenn jemanden etwas auf dem Herzen brennt, redet mit mir. Auch ich bin offen für neue Ideen und Kritik jeglicher Art.

Packen wir´s einfach an.


Und das sagen die angeschlossenen Abteilungen:

Holger Saß, Präsident des MFBC, Abteilungsleiter SSC Leipzig

„Mit Christian Sieber als Sportdirektor bekommt die Führung des MFBC kompetente Verstärkung. Gleichzeitig wird damit eine schon länger klaffende Lücke geschlossen. Durch seine Kompetenz auf sportlichen Gebiet, seine beruflichen Erfahrungen und das Herzblut, dass  er als Spieler und Kapitän fur den MFBC unter Beweis gestellt hat wird er sich um die Verträge der Spieler, die sportliche Ausrichtung  und die Zusammenarbeit der Teams kümmern. Seine ersten Maßnahmen lassen den Vorstand begründet auf ein qualitativ neues Niveau hoffen.“

Ralf Kühne, Abteilungsleiter SV 1919 Grimma

„Christian wer? . . .  Nein, wir in Grimma wissen natürlich wer Christian Sieber ist und freuen uns, dass der MFBC mit dieser Personalie eine Vakanz schließt, die schon zu lange besteht. Ich gehe davon aus, dass sich Christian nicht nur um die beiden Bundesligisten sondern auch und gerade um unseren MFBC-Nachwuchs bemüht. Verschiedene Themen gilt es zu beackern, wie u.a. Trainerausbildung, einheitliche Trainingskonzepte oder Bestenförderung.  Mit Christian und seiner langen Erfahrung im Floorball haben jetzt jemanden gefunden, der sich nach seiner Karriere als Floorballer engagietrt dieser Aufgabe zuwendet.“

Toni Smeilus, Abteilungsleiter Floorball im Judokan Schkeuditz 2000 e.V.

„Ich kenne Christian noch aus der Zeit, als ich mit ihm noch in der 1. Bundesliga zusammengespielt habe. Er ist ein klasse Typ, sehr hilfsbereit und zeigt immer maximalen Einsatz. Diese Eigenschaften wird er auch als Sportdirektor einsetzen und ich bin mir sicher, dass er durch sein Engagement unseren großen Verein enger zusammenführen. Wir können uns alle sehr glücklich schätzen, dass er dieser Aufgabe freiwillig angenommen hat und ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit ihm.“

mfbc

 

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