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Mit Sand im Getriebe

Floorball, Damen, Bundesliga

ETV Lady Piranhhas Hamburg – MFBC Grimma 3:5 (0:1, 3:0, 0:4)

00:01 zeigte die Anzeigentafel in der Sporthalle Hohe Luft zu Hamburg. Grimma lag 1:0 durch ein Tor von Alexandra Kürth auf Vorlage von Anne-Marie Mietz vorn. Auch wenn sich dann auf dem  Spielberichtsbogen die Zeit von 00:02 wiederfand, war es ein sehr, sehr schnelles Führungstor. Anstossbully durch Mietz gewonnen und Schuss und Abpraller und Nachsetzer und Tor Kürth. Manchmal wirken sich solche Ereignisse schon mal nervenberuhigend bis zum Schluss bei 60:00 aus. Nicht so am vergangenen Wochenende. Der MFBC bestimmt das erste Drittel und Hamburg setze wie gewohnt auf Konter. Konter die diesmal von Beginn an mit hohem Tempo und zielgerichtet auf das von Jean Fischer gehütete Tor gestartet wurden. Grimma mühte sich und erkämpfte sich gute Chancen, die aber nicht den Weg ins Tor des Heimteams fanden. Auf der anderen Seite hielt Fischer die Null fest, so dass Grimma mit einer Führung in die Drittelpause ging.

Im zweiten Abschnitt sollte es besser gemacht werden, so ging man wieder auf die Platte. Es wurde aber schlechter. Die Piranhhas zeigten sich besten eingestellt, verdichteten die Abwehr und konnten immer wieder Grimmaer Bälle zu leicht vor ihrer Box abfangen. Und los ging sie, die wilde Jagd. Ungenauigkeiten im Passspiel, zu leichte Ballverluste waren meist der Ausgangspunkt. Von hinten wurde nicht konsequent nachgerückt, so dass sich im Mittelteil des Spielfeldes eine Lücke für flüssiges Kombinationsspiel der auf Konter setzenden Mannschaft bot. Das war Team Hamburg und die machten es sehr gut.   In der 22. Minute kam es zum Ausgleich und in der 27. Minute zum Führungstreffer. Danach musste Fischer immer mal beherzt eingreifen, die aber alle drei Treffern nicht verhindern konnte. Auch die Herausnahme der dritten Linie Mitte des zweiten Drittels führte zu wenig Verbesserung im Grimmaer Spielfluss. Headcoach Ralf Kühne hatte sich trotz erneuter berufsbedingter Ausfälle für die Variante mit den drei Linien entschieden. Und bei der dritten Linie merkte man das Fehlen von Charlotte Rüssel und Jasmin Maudrich doch deutlich. Die Reihe mühte sich und kämpfte vorbildlich, aber die Verunsicherung und ein immer mehr hilfloses Agieren in den beiden anderen Linien wirkte dabei nicht förderlich.

Und am Ende diesen Drittels gelang der Hamburger Kapitänin Ina Jensen auf Vorlage von Ellen Kunigk das schönste Tor des Tages. Ein erneuter Konter, Kunigk legte den Ball mit einer Dreh-Rücklage – oder wie immer man dieses Kunststück aus dem Lauf nennen möchte – auf Jensen und Tor. Der Sand rieselte nur so aus dem Grimmaer Angriffsgetriebe. Die gute Nachricht blieb für die Pausenunterhaltung, es hätte noch schlimmer kommen können. Auch wenn Grimma eigene Chancen hatte, so wurden diese nicht konsequent verwertet. Auch eine Chance zum zwischenzeitlichen Ausgleich mittels Penalty wurde vergeben. Es schien zum ersten Mal seit einer Ewigkeit keine richtige Antwort auf die Spielweise der Piranhhas zu geben. Diese sind immer voll motiviert und handfest unterwegs. Diesmal aber mit einem klaren Plan, der aufzugehen schien. Aber was bei Handball-WM wie eine Sensation gefeiert wird, kam beim MFBC Grimma durchaus schon mal vor. In Berlin oder zuletzt in Köln fragte Trainer Christian Prokop seine Mannen, was sie in bestimmten Situationen zu spielen gedenken.

Bevor sich Kühne in die Kabine aufmachte, fragte er Mietz nach ihrer Meinung. Schnell war klar, dass nur eine Systemumstellung einen besseren Zugriff auf das Spiel bringen würde. So spielte Grimma wieder ein seit Jahren nicht mehr gespieltes 2:1:2-System, welches Kühne seinen Mädels in der Kabine verkaufte. Dazu zwei personelle Veränderungen in der Linie 2. Dieser taktische Kniff brachte die erhoffte Veränderung auf dem Feld. Auch eine Zeitstrafe gegen Kürth wegen überhartem Körpereinsatz (44.) verunsicherte Grimma nicht. Gut wurde die Unterzahl runter gespielt und gleich nach dem Ablauf der Strafe durch Mietz der Anschlusstreffer erzielt (46.). Hamburg kam mit dieser Systemumstellung nicht wirklich zurecht, zumal die eigene Variante „Konter und Tor“ nicht mehr so zur Entfaltung kam. Die Wikingerinnen gewannen ihre Selbstsicherheit zurück und brachten sich durch Tore von Mietz und Böttrich in Führung (50./52.). Aber die Nagelprobe in Punkto Selbstsicherheit sollte noch folgen. Stefanie Reinhardt musste in der 56. Minute wegen Stoßen auf die Strafbank. Kurz zuvor wurde bei einer gleichen Situation eine Hamburger Spielerin nicht bestraft. Aber trotz der Probleme in den ersten 40 Minuten konnten die MFBC-Girls im Vergleich zum Pokal-Viertelfinale kurz vor Weihnachten diesmal gegen die Nordlichter Unterzahl spielen. Und am Ende war es Böttrich, die nervenstark einen Konter zum fünften Treffer abschloss (57.).

Am Ende ein hart erkämpfter Sieg in der Hansestadt. Kühne konnte wieder wichtige Erkenntnisse mitnehmen, wobei eine Erkenntnis lautet, dass auch aus der Kiste gezauberte und eigentlich verpönte Spielsysteme wie eine Wunderkur wirken können. Gerade dann, wenn man an seine eigenen Fähigkeiten glaubt und der Support von der Bank so stark ist, wie am letzten Samstag. Da der Spieltag am 26. Januar gegen Bonn wegen der anstehenden WM-Qualifikation der Damen-Nationalmannschaft in den März verlegt wurde, treffen die Wikingerinnen als nächstes am 10. Februar in Weißenfels auf ihrer Dauerrivalinnen. Hier wird sich mit entscheiden, ob Grimma am Ende der Hauptrunde mit Platz 1 in die Playoffs gehen wird.

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