Mit einem intensiven Doubleheader ist der MFBC Leipzig in das Floorballjahr 2026 gestartet. Nach dem wetterbedingten Ausfall des Pokalspiels eine Woche zuvor standen für die Herren gleich zwei Bundesliga-Partien auf dem Programm: Am Samstag gegen die DJK Holzbüttgen, am Sonntag gegen die Dragons Bonn. Am Ende stehen zwei Siege, viele Erkenntnisse – und weiterhin die Tabellenführung.
Vom Fehlstart zur Wende
Der Start ins Spiel gegen die DJK Holzbüttgen verlief aus Leipziger Sicht denkbar schlecht. Der MFBC wirkte verschlafen, leistete sich im Spielaufbau mehrere gravierende Fehler und lag bereits nach sieben Minuten mit 0:3 zurück. Holzbüttgen nutzte die Unsicherheiten konsequent aus, während beim MFBC wenig zusammenlief. Erst eine Strafe gegen Ex-MFBC-Spieler Joona Heiskanen brachte die Gastgeber zurück ins Spiel. Svenson Hoppe nutzte das Powerplay und erzielte den ersten Leipziger Treffer – ein wichtiges Signal, auch wenn das Spiel weiterhin alles andere als stabil war.
Zu Beginn des zweiten Drittels zeigte sich der MFBC zunächst verbessert und verkürzte durch Saikkonen auf 2:3. Doch statt die Kontrolle zu übernehmen, folgte erneut eine schwache Phase. In diesen zehn Minuten hielt Neuzugang Ville Pesonen im Tor sein Team mit starken Paraden im Spiel, dennoch erhöhte die DJK durch Heiskanen und Häfner auf 5:2. Erst gegen Ende des Drittels rappelte sich der MFBC spielerisch wieder auf. Bothe und erneut Saikkonen sorgten mit ihren Treffern dafür, dass Leipzig mit einem 4:5-Rückstand noch in Schlagdistanz blieb.
Im dritten Drittel zeigte der MFBC dann endlich das Gesicht, das man sich über 60 Minuten wünscht. Direkt nach Wiederanpfiff glich Bothe aus, wenig später traf er erneut zum 6:6. Die Partie kippte nun spürbar. Leipzig agierte abgeklärt, nutzte seine Chancen und belohnte sich: Vier Minuten vor dem Ende erzielte Bothe mit seinem dritten Treffer des Abends die erstmalige MFBC-Führung. Holzbüttgen riskierte anschließend alles, doch Leipzig verteidigte clever und machte mit einem Empty-Net-Treffer den 8:6-Sieg perfekt.
Starker Start, harte Arbeit bis zum Schluss
Am Sonntag gegen Bonn präsentierte sich der MFBC von Beginn an deutlich fokussierter. Früh übernahm man die Kontrolle, spielte sauber mit dem Ball und ging verdient in Führung. Philip Richter eröffnete den Torreigen, nach neun Minuten führte Leipzig mit 3:0 – eine Seltenheit in dieser Saison und Ausdruck eines überzeugenden Starts. Doch auch dieses Spiel blieb nicht frei von Brüchen. Bonn kam innerhalb von zwei Minuten mit zwei Treffern zurück und brachte neue Spannung in die Partie. Kurz vor der ersten Pause stellte Teßmann jedoch mit dem 4:2 den alten Abstand wieder her.
Das zweite Drittel war anschließend von taktischer Disziplin geprägt. Offensiv passierte auf beiden Seiten relativ wenig, der MFBC überstand eine Unterzahlsituation ohne Gegentor. Bothe hatte die große Chance den Vorsprung auszubauen, scheiterte jedoch vom Penaltypunkt. Bonn kam in dieser Phase zu den etwas besseren Möglichkeiten, ohne jedoch zu verkürzen.
Im letzten Drittel erhöhte Bonn den Druck deutlich. Der MFBC wirkte nicht mehr so zielstrebig wie zu Beginn und verlor phasenweise den Zugriff. Verdient gelang den Gästen der Ausgleich: Erst traf Obojiagbe, dann Weißkirchen zum 4:4. Besonders der letzte Treffer fiel aus Leipziger Sicht zu einfach – ein Freischlag, zu wenig Druck, ein unnötiges Gegentor.
In der Verlängerung neutralisierten sich beide Teams, echte Großchancen blieben aus. So musste das Penaltyschießen entscheiden. Dort behielt Iven Teßmann als vierter Schütze die Nerven und verwandelte als einziger zum 5:4-Sieg.





Fazit
Fünf Punkte aus sechs möglichen sind eine starke Ausbeute für den MFBC Leipzig, auch wenn der Weg dorthin an diesem Wochenende nicht immer souverän war. Besonders die Leistungsunterschiede innerhalb der Spiele bleiben ein Thema, gleichzeitig zeigte das Team erneut Moral, Qualität und die Fähigkeit, enge Partien für sich zu entscheiden. Mit den Ergebnissen sichert sich der MFBC weiterhin Platz eins in der Tabelle.
Am kommenden Wochenende wartet bereits die nächste Aufgabe: Auswärts beim SC Potsdam will Leipzig den positiven Start ins neue Jahr bestätigen.
Bilder: Andre Mühle







